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2 755 Japanische Zentralbank erhöht Leitzins nach 30 Jahren

Friday 19 December 2025 - 16:00
 2 755 Japanische Zentralbank erhöht Leitzins nach 30 Jahren
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Die japanische Zentralbank (Bank of Japan, BOJ) hat eine Erhöhung ihres Leitzinses angekündigt. Dieser erreicht ein Niveau, das seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr verzeichnet wurde. Diese Entscheidung markiert einen wichtigen Schritt im schrittweisen Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik, die zur Bekämpfung der Deflation und zur Stützung der lange stagnierenden Wirtschaft eingeführt wurde.

Der kurzfristige Leitzins wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 % angehoben – ein Niveau, das zuletzt 1995 erreicht wurde. Diese Änderung dürfte zu höheren Kreditkosten, insbesondere für Hypotheken, führen, gleichzeitig aber die Renditen von Ersparnissen japanischer Haushalte verbessern.

Bewusster Kurswechsel

Die BOJ ist nun zuversichtlicher hinsichtlich der Stärke der wirtschaftlichen Erholung und der Nachhaltigkeit der Inflation. Laut Gouverneur Kazuo Ueda stützen Lohnwachstum und moderate Preissteigerungen die Einschätzung, dass Japan seinem Ziel einer stabilen Inflation von rund 2 % näherkommt.

Die Inflation lag in den letzten Monaten über dieser Schwelle und erreichte im November (ohne frische Lebensmittel) etwa 3 %. Dies steht im deutlichen Gegensatz zu den Jahren der Deflation, die trotz historisch niedriger Zinsen Investitionen und Konsum hemmten.

Der Yen und der Importdruck

Die Yen-Schwäche spielte eine zentrale Rolle bei den steigenden Preisen. Die Abwertung der japanischen Währung gegenüber dem Dollar verteuerte lebensnotwendige Importe und belastete die Kaufkraft der Haushalte sowie die Gewinnmargen der Unternehmen. Mit der Zinserhöhung hofft die Bank von Japan, den Yen zu stützen und die importierte Inflation einzudämmen.

Diese Politik könnte neues Kapital nach Japan locken, das höhere Yen-Renditen sucht, da mehrere große Zentralbanken einen Lockerungszyklus einleiten.

Aufmerksame, aber ruhige Märkte

Die Marktreaktion blieb verhalten, da die Entscheidung weitgehend erwartet worden war. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass diese Erhöhung bestimmte internationale Finanzstrategien beeinträchtigen könnte, insbesondere den Carry-Trade, der auf der Aufnahme günstiger Yen-Kredite für Auslandsinvestitionen basiert.

Nach wie vor fragile Gleichgewichte

Trotz dieses Wendepunkts agiert die Bank von Japan vorsichtig. Die japanische Wirtschaft steht weiterhin vor strukturellen Herausforderungen wie der Alterung der Bevölkerung und dem nach wie vor schwachen Wachstum. Gouverneur Ueda merkte an, dass die Realzinsen trotz der Zinserhöhung negativ bleiben, was eher auf eine allmähliche Normalisierung als auf eine abrupte Straffung hindeutet.



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